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Verdachtskündigung

Wir beraten Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Arbeitsrecht, insbesondere zum Thema Kündigungsschutz und Entfristung.

Hier finden Sie Informationen, die Sie weiter bringen können. Selbstverständlich ersetzt dieser Übersicht keine rechtsanwatliche Beratung. Eine Gewährleistung kann aufgrund der Unmöglichkeit der jederzeitigen Akutalität und fehlender Vollständigkeit nicht übernommen werden.

Unter den Begriff der Verdachtskündigung ist eine Kündigung zu verstehen, die der Arbeitgeber ausspricht, weil er den Verdacht einer Straftat des Arbeitnehmers aufgrund von Tatsachen hat. Eine solche Verdachtskündigung kann nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes außerordentlich und fristlos erfolgen, wenn die Voraussetzungen für eine solche Kündigung vorliegen.

Eine Verdachtskündigung ist dann möglich, wenn der Arbeitgeber aufgrund von Tatsachen und nach einer erfolgten Anhörung davon ausgehen kann, dass der betreffende Arbeitnehmer eine schwerwiegende, gravierende Pflichtverletzung im Arbeitsverhältnis begangen hat. Dies ist regelmäßig bei dem Verdacht eines Diebstahls oder eine anderen Straftat gegenüber den Arbeitgebern, dessen Kunden oder Mitarbeiter gegeben. Zwingend muss der Arbeitgeber vor Ausspruch einer Verdachtskündigung den Arbeitnehmer anhören. Die Anhörung des Arbeitnehmers hat unverzüglich zu erfolgen. Die Kündigungserklärung Frist von zwei Wochen läuft bis zur Anhörung nicht. Bei der Anhörung muss dem Arbeitnehmer die Möglichkeit gegeben werden, Stellung zu den einzelnen Verdachtsmomenten zu nehmen. Daher müssen sämtliche Verdachtsmomente, auf die später eine Verdachtskündigung beruhen sollen, in dieser Anhörung benannt und gegebenenfalls vorhandene Beweismittel vorgelegt werden. Erfolgt eine solche Anhörung nicht oder wurde dem Arbeitnehmer nicht hinreichend Gelegenheit zur Stellungnahme oder gegebenenfalls zur eigenen Nachforschungen gegeben, so ist der Ausspruch einer Verdachtskündigung rechtswidrig.

Wie bei jeder anderen Kündigung muss auch der Betriebsrat vor Ausspruch der Kündigung angehört werden. Dies ergibt sich aus § 102 BetrVG. Auch dem Betriebsrat müssen sämtliche Verdachtsmomente und Beweismittel vorgelegt werden, damit diese ohne eigene Nachforschungen über die Rechtmäßigkeit einer Kündigung entscheiden kann.

Wie jede außerordentliche Kündigung ist eine solche nur bei Vorliegen der vorgenannten Voraussetzungen rechtsmäßig möglich:

Verdacht eines erheblichen Pflichtenverstoßes aufgrund objektiver Verdachtsmomentedringender Verdacht (es muss praktisch sicher sein, dass der Arbeitnehmer den Pflichtverstoß begangen hat)VerhältnismäßigkeitInteressenabwägungEinhaltung der Kündigungserklärung Frist von zwei Wochen.
Bei einer ordentlichen Verdachtskündigung, also der Einhaltung der Kündigungsfristen, müssen die Punkte 1-4 gegeben sein.

Neben einer außerordentlichen Kündigung ist auch eine ordentliche Kündigung möglich. Diese kann hilfsweise geltend gemacht werden. Auch die Kombination von Tatkündigung und Verdachtskündigung ist möglich.

In der Praxis ist es sinnvoll, insgesamt 4 Kündigungen auszusprechen. Dies sind:fristloses verhaltensbedingt der Tatkündigung,hilfsweise für den Fall, dass die Teilkündigung unwirksam ist, eine außerordentliche und fristlose Verdachtskündigung wegen des dringenden Verdachtes einer erheblichen Pflichtverletzung;hilfsweise für den Fall auch der Unwirksamkeit von Kündigung zwei die ordentliche Kündigung wegen den dringenden Verdachtes einer Tat Kündigung undhilfsweise für den Fall, dass auch die Kündigung nach Nr. 3 unwirksam ist, die ordentliche Verdachtskündigung.

Letzte Änderung am Dienstag, 19. Februar 2019 um 20:36:20 Uhr.

Die Aufgabe des Rechtsanwaltes

Sämtliche Rechtsanwälte sind Organ der Rechtspflege. Als solches Organ haben wir Rechtsanwälte die Aufgabe, unsere Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zum Recht zu verhelfen und unsere Mandanten vor ungerechtfertigten Forderungen zu schützen. Zu diesem Zweck können wir Rechtsanwälte jedermann beraten oder vertreten, soweit die Gegenseite nicht in der selben Sache beraten oder vertreten wurde. Wurde die Gegenseite beraten oder vertreten und würden wir Rechtsanwälte dennoch Sie vertreten, so würden wir einem Interessenskonflikt unterligen und die Interessen sowohl der Gegenseite, wie auch Ihre Interessen veraten.

Wir sind insbesondere im Arbeitsrecht tätig. Kündigungsschutzklagen, die Anfechtung von Aufhebungsverträge und die Entfristung von Arbeitsverträge gehört zu unseren Aufgaben als Rechtsanwälte, die im Arbeitsrecht tätig sind.

Im Rahmen der Beratung werden Sie als arbeitsrechtlicher Mandant über die Rechtslage, die Erfolgschancen, die Möglichkeiten einer Beweissicherung und die anfallenden Kosten sowie das Kostenrisiko informiert. Im Rahmen der Erstberatung gelingt dies jedoch nur eingeschränkt, da nicht der gesamte Sachvorhalt bekannt ist.

Jedermann kann sich in jedem Verfahren vor Behörden oder Gerichten durch einen zugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen. In einem Strafprozess oder einem Bußgeldverfahren wird der Rechtsanwalt als Verteidiger tätig. Die Stellung als Verteiiger ist gesetzliche geregelt. Insbesondere die Kommunikation mit dem Betroffenen oder Mandant ist gesetzlich geschützt. Auch dürfen Rechtsanwälte Akteneinsicht nehmen.
Im Zivilprozess besteht bei den Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof die Verpflichtung, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Gleiches gilt bei anderen Verfahrensarten wie im Arbeitsrecht ab dem Landesarbeitsgericht. Der Sinn dieses sogenannten Anwaltszwangs liegt darin die höheren Instanzen der Gerichtsbarkeit zu entlasten, da Sachverhaltsaufklärungsarbeiten und rechtliche Voreinschätzungen vor Klageerhebung und während des Prozesses durch die Rechtsanwälte erfolgen sollen.

Das zum 1. Juli 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz löste das bis dahin geltende Rechtsberatungsgesetz ab. Die außergerichtliche Rechtsberatung ist in größerem Umfang für Nicht-Anwälte geöffnet worden. Für den Kernbereich rechtlicher Dienstleistungen, d. h. vor allem die Vertretung vor Gericht, gilt das Anwaltsmonopol im Wesentlichen weiterhin. Die Erfahrungen mit der nicht anwaltlichen Vertretung hat gezeigt, dass nur eine anwaltliche Beratung und Vertretung den Interessen der Mandanten grundsätzlich gerecht werden.

Die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) führt die allgemeinen Aufgaben des Rechtsanwalts nicht abschließend auf. § 1 der BRAO definiert den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“. § 3 BRAO führt aus: „Der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.“ Konkreter nennen §§ 48, 49 und 49a BRAO die Pflichten zur Prozessvertretung im Zivilprozess unter bestimmten Bedingungen, zur Pflichtverteidigung und zur Beratungshilfe. Die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) nennt in § 1 Absatz 3 folgende Aufgaben des Rechtsanwalts: „... seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen der Gerichte und Behörden zu bewahren und gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern.“ Die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte und der Schutz vor ungerechtfertigter Verfolgung wegen ihrer rechtmäßigen Berufsausübung wird auch durch internationale Standards gesichert, wie z. B. die Empfehlung des Europarats zur freien Ausübung des Anwaltsberufs oder die UN Grundprinzipien betreffend die Rolle von Rechtsanwälten.

Abstrakt können Sinn und Aufgaben der anwaltlichen Tätigkeit wie folgt aufgegliedert werden:

Rechtsgestaltung (Kompliziertere, aber für die Wirtschaft bedeutende Rechtsgeschäfte würden ohne anwaltliche Hilfe in der Vertragsgestaltung oftmals unterlassen werden. Umstritten ist hingegen die Einbeziehung von Anwälten durch Ministerien für die Erarbeitung von Gesetzentwürfen)
Rechtssuchende über Ansprüche und Gegenansprüche aufzuklären und Beweise zu sichern
außergerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen (durch anwaltliche Aufforderungsschreiben, Vertragsstrafen). Vertragsstrafen und die Kostentragungspflicht des Anspruchgegners leisten dabei auch einen Beitrag zur Prävention vor zukünftigen Rechtsverstößen
Entlastung der Justiz durch Abraten von der Klageerhebung bei mangelnder Erfolgsaussicht (Filterfunktion für die Gerichte), außergerichtliche Streitbeilegung durch Abschluss von außergerichtlichen Vergleichen (damit auch zum Rechtsfrieden beizutragen), Mediation (in diesen Fällen wird der Anwalt als Mediator und nicht als Vertreter einer Partei tätig)
Verfahrenshilfe für die Prozesse vor den Gerichten zu leisten (Sachverhaltsklärung und Ordnen der Darlegungen, Rechtsausführungen)
Kontrolle der Rechtsprechung unterer Instanzen auf Rechtmäßigkeit, ggf. mit der Folge Rechtsmittel einzulegen
Prozesshandlungen vorzunehmen (zum Beispiel: Einreden zu erheben, Vergleiche abzuschließen, Rechtsmittel einzulegen)
durch Mitarbeit in den berufsständischen Organisationen, Beiträge in Fachzeitschriften oder Kommentaren zur Fortbildung der Rechtsauslegung, insbesondere der Rechtsprechung, und zur Gesetzgebung beizutragen.
Nach groben Schätzungen besteht die anwaltliche Arbeit an Mandaten zu mindestens 80 % aus Sachverhaltsaufklärung und zu 20 % aus daran anschließender Rechtsanwendung.
Sowohl im Arbeitsrecht, wie auch im Zivilrecht werden Prozesse in der Regel schriftlich bearbeitet. Daher kommen den anwaltlichen Schriftsätzen erhebliche Bedeutung zu.

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